Die richtige Webcam im Homeoffice

von | 12.05.2021 | Digitalisierung, Homeoffice

Wir selbst merken den Unterschied gar nicht

Wie oft ärgern wir uns über das schlechte Bild und den miserablen Ton, denen wir in unseren Online-Meetings ausgesetzt sind. Manchmal liegt das an der lahmen Internetverbindung. Doch viel öfter sind Kamera und Mikrofon dafür verantwortlich, wie wir bei den Besprechungsteilnehmern ankommen. Das Blöde dabei: Wir selbst merken meist nicht, wie unzumutbar unser Bild und Ton sind. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie sich Webcams unterscheiden, so dass du das passende Meeting-Equipment auswählen kannst. Und ich zeige dir, mit welchem Setup ich an Online-Meetings teilnehme.

Die richtige Webcam im Homeoffice

Drei Webcam-Konzepte

Meist hat unsere Hardware alles eingebaut, was wir für eine Videokonferenz benötigen. Ob Smartphone, Tablet oder Notebook: Mikrofon und Kamera haben sind direkt mitgekauft. So haben wir alles dabei, was wir brauchen, um an der nächsten Videokonferenz teilzunehmen. Daneben gibt es noch weitere Möglichkeiten, um mit Bild und Ton das Online-Meeting aufzunehmen und zu übertragen. Das sind die Möglichkeiten:
  • Webcam und Mikrofon fest eingebaut
    Weil wir Notebook, Tablet und Smartphone meist nicht an Hand der Webcam- und Mikrofon-Qualität auswählen, müssen wir nehmen, was der Hersteller verbaut hat. Bei neueren Geräten im mittleren und höheren Preissegment, können die Ergebnisse durchaus für eine Webkonferenz taugen. Garantiert ist das allerdings nicht.
  • Externe Webcam (mit eingebautem Mikrofon)
    Wer sich eine externe Webcam anschafft, ist deutlich flexibler. Zum Einen, was den Aufstellort der Kamera anbelangt. Und vor allem bei der technischen Spezifikation von Webcam und Mikrofon. Da können wir bewusst entscheiden, welche Lösung zu unseren Anforderungen passt. Die Auswahl ist mittlerweile riesig.
  • Andere Bild- und Tonquellen
    Als Webcam oder Mikrofon lassen sich auch Geräte nutzen, die wir für diesen Einsatz ursprünglich gar nicht angeschafft haben.
    Als Kamera können wir zum Beispiel unser Smartphone oder die Digitalkamera nutzten, wenn diese sich (mit einem passenden Treiber oder App) als Videoquelle einbinden lassen. Und andere, z. B. Podcast-Mikrofone können als Audioquelle genutzt werden.
Bevor wir uns die unterschiedlichen Webcam-Konzepte genauer anschauen, hier noch ein paar grundlegende Überlegungen, die in die Auswahl der passenden Webcam einfließen sollten.

Kriterien für die Webcam-Auswahl

Verkäufer und Online-Marktplätze werben mit einer Vielzahl an technischen Merkmalen, die wir bei der Produktauswahl berücksichtigen sollen. Am Ende sind es meist ganz persönliche, subjektive Kriterien, die den Ausschlag geben. Bei der Auswahl der passenden Webcam ist es nicht anders. Auf dem Weg dorthin gebe ich dir ein paar Merkmale an die Hand, die für mich Relevanz haben.

Befestigung der Webcam

Lässt sich die Kamera auf deinem Monitor einhängen? Hat die Kamera ein Gewinde, mit dem sie sich auf einem Stativ befestigen lässt?
Je nachdem, wo die Webcam zum Einsatz kommt, kann es sinnvoll sein, wenn mehrere Befestigungsoptionen vorhanden sind.

Bildausschnitt

Je näher du an der Webcam sitzt bzw. stehst und je mehr (Personen) du ins Bild bringen willst, desto breiter muss der Aufnahmewinkel der Kamera sein.
Soll die Kamera nur dich aus einer Entfernung von 70 cm aufnehmen,  sollte ein Sichtfeld von 65° (in der Breite) ausreichend sein.
Etliche Webcam-Hersteller bieten Apps an, mit der du das Sichtfeld anpassen kannst. Hier ist zu berücksichtigen, dass du den Aufnahmewinkel über die Software verkleinern, jedoch nicht vergrößern kannst.

Auflösung der Kamera

FullHD-Qualität (1920 x 1080 Bildpunkte) sollte die Kamera schon können, 4K/UHD-Qulität (4096 x 2160 Pixel) ist für Web-Besprechungen in der Regel nicht erforderlich.
Um ein ruckelfreies Bild zu übertragen, sollte die Kamera bei der gewählten Auflösung mindestens 24 Bilder/Sekunde aufnehmen.
Hinweis: Für 4K-Aufnahmen ist ein USB 3-Anschluss am Rechner erforderlich. Ist dieser nicht vorhanden, wird die hohe Auflösung der Kamera nicht genutzt.

Mikrofon der Webcam

Hierzu finden sich in den Beschreibungen oft recht wenige Infos. Auf “bessere” Mikrofone weisen Stereo und Rauschunterdrückung hin. Wie wirst du die Webcam nutzen? Für die Teilnahme an Online-Besprechungen oder als Referent in Webinaren? Ist es immer der gleiche Platz, an dem die Kamera montiert bleibt oder wird es unterschiedliche Einsatzorte geben?
Wenn du dir im Klaren bist, wofür die Webcam taugen soll, wird dir die Auswahl leichter fallen. Und du kannst viele Kriterien außen vor lassen, die dir auf den Webseiten der Hersteller und im Verkaufsgespräch als relevant präsentiert werden.

Vier unterschiedliche Webcam-Konzepte im Vergleich

Damit du dir ein eigenes Bild von den Unterschieden machen kannst, habe ich vier unterschiedliche Webcams miteinander verglichen. Dabei habe ich alle drei Webcam-Konzepte berücksichtigt: Eine im Notebook integrierte Webcam, eine einfache, ältere Webcam, ein aktuelles Webcam-Modell und eine Smartphone-App, mit der du dein Handy in eine Webcam verwandeln kannst. Sehen wir uns die vier Webcam-Konzepte genauer an:

Geräte mit integrierter Kamera und Mikrofon

Seit vielen Jahren sind in den allermeisten Notebooks Kameras und Mikrofon fest verbaut.
Die Komponenten taugen in der Regel für gelegentliche Video-Calls. Bei aktuellen Notebooks hat die Kamera meist FullHD-Auflösung und oft sind sogar Stereomikrofone an Bord.
Auch die in Smartphones und Tablets integrierten Kameras und Mikrofone eignen sich für den – zumindest privaten – Video-Call via Whatsapp oder den Facebook Messenger.
Einen aus meiner Sicht gravierenden Nachteil hat die integrierte Meeting-Hardware: Kamera und Mikrofon sind meist mit dem sehr kleinen Display verbunden. Das hat unschöne Konsequenzen: Auf dem kleinen Display lassen sich mehrere Konferenzteilnehmer und geteilte Dokumente nicht mehr groß genug darstellen. Mindestens genauso unschön sind auch die Bilder, die wir von uns übermitteln. Ein Notebook, das vor uns auf dem Schreibtisch steht und uns von unten filmt, lässt uns mit Blick in die Nasenlöcher in einer Richterpose (“von oben herab”) rüberkommen.

Einfache, “alte” Webcams

Sie werden immer noch verkauft. Webcams mit grober Auflösung und einfachem Mikrofon. Bei 720p (das entspricht HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixel) ist nicht nur das Bild etwas grobkörnig, sondern meist auch das Sichtfeld nicht so breit. Das führt dazu, dass du unscharf und mit einem kleinen Bildausschnitt übertragen wirst. Es sei denn, du setzt dich mit genügend Abstand vor die Kamera. Doch das führt dazu, dass der Ton auf der Strecke bleibt, weil diese einfachen oder alten Kameras meist auch auf einfache Mikrofone setzen.
Bei Neuanschaffung sind solche Kameras nicht mehr zu empfehlen.
Beispiel: Logitech C270 (Produktlink)

Aktuelle Webcams

Wer mehrmals die Woche beruflich an Videokonferenzen teilnimmt, sollte sich unbedingt eine Webcam mit mindestens FullHD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) zulegen. Wer online Kurse gibt (und über die passende Software und Internet-Bandbreite verfügt), der sollte eine Kamera in 4K-Auflösung (4096 x 2160 Pixel) in Erwägung ziehen. Der Kamerawinkel ist groß genug, um (meist konfigurierbar) den passenden Bildausschnitt zu wählen.
Das Mikrofon kommt meist mit eingebauter Geräuschunterdrückung und oft als Stereomikrofon daher. Dadurch wird die Stimme klar und ohne Umgebungsgeräusche übertragen. Bei Videokonferenzen macht sich ein gutes Mikrofon noch mehr bemerkbar als die Kamera. Denn wird die Bildqualität oft durch die Videosoftware (für die Übertragung durch’s Internet) reduziert, ist guter Ton bei den Gesprächsteilnehmern deutlich hörbar.
Beispiel: Logitech BRIO Stream 4K (Produktlink)

Webcam-Apps und andere Geräte

Eine besondere Rolle nehmen Apps ein, mit der sich Smartphone-Kameras (und Mikrofone) als eigenständige Webcam nutzen lassen. Weil Kameras (und Mikrofone) in aktuellen Handys tolle Bilder liefern, ist eine solche Nutzung allemal eine Überlegung wert.
Zu berücksichtigen ist hier der laufende Setup-Aufwand, weil die wenigsten von uns ihr Smartphone als Webcam anschaffen und auch ein passendes Stativ vorhanden sein muss.
Beispiel: Elgato EpoCam (App-Store-Link)
Wer öfter Web-Meetings und Online-Kurse gibt oder wer sein Bild mit einer zweiten Kamera (für einen anderen Blickwinkel oder den Blick auf andere “Sachen”) aufpeppen will, für den ist die Webcam-App eine gute (und preiswerte) Lösung.
Eine Sonderrolle nehmen hochwertige (System- oder DSLR-) Kameras ein, die sich mittels passendem Adapter in eine vollwertige Webcam mit tollem Bild verwandeln lassen. Auch externe (Studio-) Mikrofone lassen sich so als eigenständige Geräte für hervorragenden Klang als Online-Meeting-Equipment nutzen. Für professionelle Videokonferenzen und Webinare kann eine solche Ausrüstung lohnen.

Schau und hör dir die Unterschiede an

Für uns selbst sind die Unterschiede gar nicht so leicht erkennbar. Wer vor der eigenen Kamera sitzt, kann sich vielleicht noch ein Kontrollbild anschauen, um abzuleiten, wie man bei den anderen Teilnehmern der Videokonferenz rüberkommt. Doch beim Ton wird es schon schwieriger. Da lässt sich selbst gar nicht nachvollziehen, wie der eigenen Ton ankommt. Damit du dir ein Bild machen kannst und die Unterschiede beim Ton hörst, habe ich ein Video aufgenommen. Darin hab’ ich die unterschiedlichen Kameras getestet, Bild und Ton aufgenommen. Ich selbst war überrascht, wie deutlich die Unterschiede sind.

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Mein Setup

In den letzten Jahren hab’ ich einiges an Webcams ausprobiert. Mein Setup hat sich mit der Zeit immer wieder verändert. Und auch heute ist es so, dass ich je nach Anwendungsfall mit unterschiedlichen Lösungen online gehe:

  • Für das “normale” Online-Meeting nutze ich aktuell die (bereits vorgestellte) Logitech BRIO 4K-Webcam (Produktlink).
    Obwohl die Kamera bis zu 4K-Bilder aufnehmen kann, ist die FullHD-Auflösung mit einem Sichtfeld von 65 ° in den meisten Fällen meine Wahl. Auch nutze ich hier das eingebaute Stereomikrofon für Aufnahme meiner Stimme.
  • Gebe ich online Kurse oder Workshops, habe ich neben meiner Logitech-Webcam auch andere Kameras (zusätzlich) angebunden, z. B. meine Smartphone über Elgato EpoCam oder meine Digitalkamera über einen passenden Adapter (Elgato Cam Link 4K, Produktlink)
Wie es gelingt, die eigene Arbeit im Homeoffice zu organisieren, darüber habe ich ein Buch geschrieben.
Es geht um Methoden, die dich fokussiert und produktiv arbeiten lassen. Und um Werkzeuge, die ich nutze, um meine Termine, Aufgaben und Informationen zu strukturieren und  zu bewältigen. Hier findest du weitere Infos zum Buch:

Methoden + Werkzeuge
zur Selbstorganisation

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