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Wer auch künftig auf klassisches Projektmanagement setzt, wird häufiger sein Projekt und letztlich das Unternehmen in die Krise stürzen. Was uns die vielen Bücher über Projektmanagement in den letzten Jahrzehnten als richtig beschrieben haben, wird nicht mehr funktionieren. In agilen Zeiten und für Digital Natives braucht es ein Neues Projektmanagement.

Wissensarbeiter taugen nicht für Fließband-Management

Ein Fließband gibt den Arbeitstakt vor. Und Menschen am Fließband müssen in diesem Takt funktionieren. Nur so laufen am Ende gute Produkte vom Band. Fließband-Management muss Arbeiter auf Fließband-Takt einstellen.
Wenn gute Mitarbeiter immer rarer werden, wird es auch immer schwerer gute Projektmitglieder zu finden. Und weil Projektarbeit keine Fließbandarbeit ist, ist Projektleitung auch kein Fließband-Management.
Gute Projekt-Mitarbeiter wollen gestalten. Sie wollen sich einbringen. Sie wollen Einfluss nehmen. Modernes Projekt-Management ebnet den Weg, durch

  • transparente Ziele,
  • Gestaltungs-Spielraum,
  • moderne Infrastruktur.

Transparente Ziele – gemeinsam flexibel vorwärts.

„Effizienz-Projekte“ sind allgegenwärtig: Sparen geht immer. Bis zum (Unternehmens-) Tod.

Dabei brauchen wir Projektziele, die ein Unternehmen voranbringen. Neue Ideen erlauben. Visionen umsetzen. Und da ist es unerlässlich, dass die Ziele transparent sind. Transparent bedeutet

  • die Projektmitglieder kennen den Zielzustand,
  • das Projekt nimmt Rücksicht auf Einflüsse, die sich im Verlauf ergeben.

Gestaltung – Freiheit statt Regeln.

Es braucht Mut, ein Projektteam den Weg zum Ziel selbst wählen zu lassen. Für die Projektmitglieder. Und für die Auftraggeber – oft (oberes) Management.
Das Projektteam braucht die Freiheit über Ressourcen selbst zu entscheiden.

  • Über die Projektmitglieder.
  • Über die Projektdokumentation.
  • Über Zeitpläne.
  • Über Meilensteine.
  • Über Arbeitsmittel und -orte.

Nein, Projektarbeit ist mehr als freies Spielen im Sandkasten. Es braucht (genau) einen Projektverantwortlichen (Projektleiter), der mit dem Auftraggeber den Rahmen vereinbart.
Welche Leitplanken sind unverrückbar vorhanden?
Und wo ist eine Leitplanke nicht vorhanden/nötig? Ist das Budget fix oder kann es (begründet) angepasst werden? Ist der Endtermin fix oder liegt dieser in einem Zeitraum? Wie will bzw. muss der Auftraggeber informiert werden? Ist das Ausfüllen eines wöchentlichen Powerpoint-Templates wichtig oder will der Auftraggeber eine ehrliche Einschätzung?
Wenn sich der Projektverantwortliche und sein Auftraggeber über den Rahmen geeinigt haben, braucht es keinen „Lenkungsausschuss“ neben dem Projekt. Wichtig ist vielmehr, dass der Projektverantwortliche mit dem Auftraggeber einen Ansprechpartner behält, der Blockaden von Außen auflösen kann.

Infrastruktur – Always On verändert die Projektarbeit.

Digital Natives wachsen in einer online vernetzten Welt auf. Smartphone und Internet sind ständige Begleiter. Berufliches und Privates lassen sich – auch deshalb – immer schwerer trennen. Das führt dazu, dass Digital Natives ihre Arbeitsorte und -zeiten flexibel wählen können und wollen.

Wer überall online ist hat auch von jedem Ort Zugriff auf alles Wissen der Welt. Suchmaschinen (wie Google) helfen, dieses Wissen ausfindig zu machen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um (Firmen-) externes oder internes Wissen handelt.

Modernes Projektmanagement muss da mithalten und diese Möglichkeiten nutzen. Klassische Projekttools engen da unnötig ein.

  • Smarte Aufgabenverwaltung (wie ToDoIst) statt Projekt-Management-Software-Pakete.
  • Flexible Wissenscontainer (wie Evernote) statt ISO-konforme-Dokumenten-Management-Datenbank-Systeme.
  • Immer-Internet statt Software-nach-Firmen-Policy-Auswahl-Prozess.
  • Flexible Kommunikation (wie zoom, Chat) statt Alle-treffen-sich-im-wöchentlichen-Projekt-Jour-Fixe.

Wenn sich Projektmanagement an die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten anpasst, werden auch künftige Projekte erfolgreich sein.