So werden wir künftig arbeiten

von | 06.05.2023 | mobilesArbeiten, zusammenArbeiten

Wo und wie werden wir künftig arbeiten?

Die Frage nach dem wo und wie meines künftigen Arbeitsplatzes habe ich mir in den vergangenen Jahren selbst beantwortet. Nicht erst seit Corona beschäftigt mich die Frage, wie sich Ort und Funktion unserer Arbeitsplätze (für Wissensarbeiter) verändern werden. Vieles von dem, was sich bereits vor der Pandemie angedeutet hat, hat sich verstärkt und beschleunigt.

Wie sich unsere Arbeitsplätze bereits verändert haben und wohin die aktuelle Entwicklung zielt, davon handelt dieser Beitrag.

Das Office steht nicht mehr allein

Noch gar nicht so lange ist es her, vielleicht bis zu den ersten Lockdowns der Coronapandemie, dass wir es gewohnt waren, täglich ins Büro zu kommen, um unsere Arbeit zu tun. Weder das Unternehmen (als hierarchiegeprägte Organisation) noch die Mitarbeitenden machten sich ernsthaft Gedanken darüber, ob und welche Alternativen es zu dem Job am Büroschreibtisch geben könnte. – Das hat sich grundlegend geändert.

Aus einem Muss (alle Büros wurden staatlich verordnet geschlossen) entstanden Überlegungen und Lösungen für Alternativen zum Büroarbeitsplatz. Unternehmen und ihre Führung hatten mit dem Lockdown zwei Möglichkeiten:

  1. Zusperren und Menschen (buchstäblich) vor die Türe setzen
    Mithilfe von Kurzarbeitergeld konnten Staat und Unternehmen einigermaßen sozial verträglich dafür sorgen, dass geschlossene Türen nicht automatisch Arbeitsplatzverlust bedeuteten. Oder eben doch und es wurden mit dem Lockdown direkt Kündigungen ausgesprochen. Vor allem Unternehmen ohne (Zukunfts-) Fantasie und passende Infrastruktur entschieden sich für diesen Weg.
    Später stellte sich oft heraus, dass auf diese Weise freigesetzte Mitarbeiter für das einstige Unternehmen verloren blieben, selbst nachdem Lockdowns und Corona der Vergangenheit angehörten. Für einige Unternehmen gab es (auch deshalb) keine Zukunft mehr.
  2. Mitarbeit:innen außerhalb des Büros arbeiten lassen
    Etliche Unternehmer schickten Mitarbeiter:innen zusammen mit dem Büroequipment in den Lockdown. Wer wollte (und konnte), durfte Rechner, Bildschirm, Tastatur, Maus und sogar den Bürostuhl mit nach Hause nehmen, um von dort weiterarbeiten zu können. Vorausgesetzt, in der Wohnung fand sich eine Arbeitsecke mit stabilem Internetanschluss.

Für die zweite Option entschieden sich die Mutigen und die, die sich vorstellen konnten, dass Menschen auch außerhalb des Unternehmens für dieses Mehrwert bringen könnten. Mittlerweile wissen wir, dass Option zwei nicht nur möglich war, sondern sogar für bessere Ergebnisse sorgte, als so manche:r im Büro abzuliefern vermochte. – Chapeau.

Der Arbeitsplatz daheim mutierte während Corona nicht nur zum einzig möglichen Arbeitsplatz. Das Homeoffice wurde als produktiver Arbeitsort anerkannt.

Homeoffice ist nur eine Option

Unsere Arbeitsstättenverordnung kennt das Homeoffice als solches gar nicht. Die Verordnung spricht von Telearbeit, die einen vollwertig ausgestatteten Bildschirmarbeitsplatz beschreibt und fordert. Homeoffice im umgangssprachlichen Sinne meint in der Regel das mobile Arbeiten. Ein mobiler Arbeitsplatz unterliegt nicht der Arbeitsstättenverordnung und lässt der Mitarbeiter:in mehr Raum bei der Arbeitsumgebung. Und vor allem für Arbeitgeber ist der mobile Arbeitsplatz von Vorteil: Die Arbeitsstättenverordnung greift hier nicht.

Umgangssprachlich reden wir vom Homeoffice und meinen den mobilen Arbeitsplatz. Einen Arbeitsort, den wir verlegen können. Von der Küche in den Garten oder vom Arbeitszimmer in das Café um die Ecke. Andere verlegen ihren Arbeitsplatz in eine Airbnb-Wohnung, in einen Co-Working-Space oder in den Campervan (so wie ich).

Seit wir Arbeit auch außerhalb der Büros denken und ermöglichen, tun sich ganz viele und vor allem individuell passende Arbeitsorte als Optionen auf. Gut so.

Wenn das Ergebnis zählt

Zeit gegen Geld. Das ist der Vertrag, den Beschäftigte mit Unternehmen schließen. Wir verkaufen der Firma und dem Chef unsere (Lebens-) Zeit und erhalten im Gegenzug monatlich Geld überwiesen.

Doch ein solcher Vertrag ist nicht mehr zeitgemäß. Mehr noch: Er spiegelt nicht mehr die Arbeitsrealität wider. Anders als bei Fließbandarbeitern ist bei Wissensarbeitern keine zeitliche Taktung möglich. Weil das Gehirn eben nicht alle paar Sekunden ein fertiges Bauteil vom Band fallen lässt.

Gute Wissensarbeiter schaffen – wie der Name vermuten lässt – mit ihrem Wissen Mehrwert. Nutzen fürs Unternehmen durch Grips in der Birne.

Am Ende wird sich der Mehrwert am Ergebnis messen lassen. Nicht an der Zeit, die dafür aufgewandt wurde. Und – das zeigen Studien mittlerweile – oft behindert das triste Büro diese Wissensarbeiter:innen. Anders ausgedrückt: Graue Möbel liefern maue Ergebnisse.

Die Zukunft unserer Arbeit(splätze) ist bunt

Jeder Mensch ist individuell. Das wissen wir. Übertragen auf unsere Arbeitsplätze bedeutet das, dass Unternehmen unterschiedliche Arbeitsorte ermöglichen müssen, wenn sie wollen, dass ihre Angestellten top performen.

Hier die Arbeitsplatz-Trends, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt haben:

  1. Homeoffice
    Durch die Coronapandemie hat sich die Akzeptanz von Homeoffice und mobilem Arbeiten deutlich erhöht. Viele Unternehmen haben erkannt, dass Mitarbeiter effektiv von zu Hause aus arbeiten können. Daher wird das Homeoffice weiterhin eine wichtige Rolle für Wissensarbeiter spielen, insbesondere für diejenigen, die eine flexible Arbeitsumgebung bevorzugen.
  2. Unternehmen und Behörden
    Viele Wissensarbeiter werden weiter in den Büros der Unternehmen und von Behörden arbeiten, aber die Arbeitsplatzgestaltung wird sich verändern. Organisationen werden flexible Arbeitsbedingungen und alternative Arbeitsmodelle anbieten, um den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter besser gerecht zu werden. Die Arbeitsplätze werden mit moderner Technologie und fortschrittlichen Arbeitsplatzkonzepten ausgestattet sein, sodass die Arbeit im Büro attraktiv wird (und bleibt).
  3. Co-Working-Space
    Co-Working-Spaces werden immer beliebter, da sie eine flexible, kosteneffektive und gemeinschaftliche Arbeitsumgebung bieten. Sie sind in der Regel mit moderner Technologie und Infrastruktur ausgestattet und bieten Wissensarbeitern eine professionelle Arbeitsumgebung, in der sie auch mit anderen Fachleuten und Unternehmen interagieren können.
    Mithilfe von Co-Working-Spaces können Unternehmen (Büro-) Mietkosten sparen.
  4. Digitale Nomaden
    Immer mehr Wissensarbeiter werden zu digitalen Nomaden, die von verschiedenen Orten aus arbeiten. Sie nutzen die Vorteile von mobiler Arbeit und arbeiten von überall auf der Welt aus, von Stränden über Berge bis hin zu Co-Working-Spaces und aus dem Campervan.

Projektarbeit

Weil das Büro innerhalb des Unternehmens nicht mehr der einzig mögliche Arbeitsort ist, wird sich auch die Form unserer Beschäftigung weiter verändern. Schon heute zeigt sich, dass Mitarbeitende nicht mehr das ganze Berufsleben in und für eine Firma verbringen. Interessante(re) Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten, das soziale Umfeld, aber auch die Entwicklung der Unternehmen selbst führt dazu, dass Menschen immer wieder den Arbeitgeber wechseln. Der Spruch einmal Daimler – immer Daimler passt schon lange nicht mehr. Ob es die Arbeitnehmer sind, die sich nach Alternativen umsehen oder Arbeitgeber, die durch Umstrukturierung und aufgrund von (Absatz-) Krisen immer wieder Mitarbeiter freisetzen: Teilzeit-Arbeitgeber werden zur Regel.

Fachkräftemangel und immer schneller fortschreitender technologischer Wandel führen dazu, dass Unternehmen und Mitarbeitende immer wieder neu finden. Projektarbeit wird sich weiter ausbreiten. Mit attraktiven Projekten werden Unternehmen Mitarbeitende (auf Zeit) gewinnen. Mitarbeitende werden ihre Stärken und erworbenen Spezialkenntnisse im Rahmen von Projekten gewinnbringend einsetzen.

Schöne Aussichten, wie ich finde.

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