Festplatte, NAS oder Cloud: Was ist die beste Lösung für deine Daten?

von | 07.01.2020

Daten(ver)sicherung

Von meiner Hochzeit gibt es keine Bilder mehr. Durch einen Festplattencrash ging von einer Sekunde auf die andere alles verloren. Dieser Verlust schmerzt noch heute – über 20 Jahre später. Was damals geschah, ist mir bis heute eine harte Lehre. Und es war Anstoß, die Sicherung der eigenen digitalen Daten bewusst(er) zu gestalten.

1999 war es noch was besonderes, Fotos digital zu speichern. Normal war das Fotoalbum im Regal. Wir wussten, dass die Bilder vorhanden sind, solange das Album da ist (mal abgesehen davon, dass die Fotos im Album mit der Zeit Farbe verloren).

Mit Digitalfotos – mit digitalen Daten überhaupt – ist das anders: Ob sie noch da sind, können wir dem Speicherchip und der Festplatte nicht ansehen. Auch lässt sich nicht erkennen, dass Bild-/Datenverlust droht. Um unsere Daten abzusichern, brauchen wir Lösungen, denen wir vertrauen können.

In diesem Beitrag erfährst du, wie persönliche Datensicherung heute funktioniert. Dabei gehe ich auf die Unterschiede zwischen Festplatte, NAS, Cloud ein und zeige dir, wie du deine Daten am besten absicherst.

Einen Vergleich der Datensicherung auf Festplatte, NAS und Cloud findest du direkt hier.

Festplatte, NAS und Cloud im Vergleich

Ganz korrekt ist das so nicht. Denn Festplatten sind auch im NAS und in der Cloud zu finden. Der Unterschied liegt in der Anzahl und dem Ort, an dem die Festplatten zu untergebracht sind.

 

  • Die Festplatte lässt sich vergleichen mit einem Schrank voll mit Unterlagen. Alles ist dort abgelegt.
    Eine Kopie der Daten gibt (außerhalb des Schrankes) nicht.
  • Ein NAS (mit mehreren Festplatten) ist wie ein Raum voll mit Schränken. In den Schränken lagern die Unterlagen.
    Von jedem Schrank gibt es eine Kopie. Einen weiteren Schrank, in dem – meist ganz automatisch – Abschriften der Orignalunterlagen abgelegt werden.
    Die Schränke sind abgesperrt. Den Schlüssel können wir weitergeben. So dass auch andere den Schrank öffnen, auf die Daten zugreifen und ihre eigenen Daten dort ablegen können.
  • Die Cloud (mit ganz vielen Festplatten) ist vergleichbar mit mehreren Häusern. Dort mieten wir uns Schränke, in die wir unsere Unterlagen legen.
    Zur Sicherheit erstellt der Vermieter immer Kopien von allen Unterlagen, die wir dort ablegen. Die Kopien verteilt er auf mehrere Häuser in unterschiedlichen Städten, oft sogar Ländern.
    Vom Vermieter haben wir einen persönlichen Schlüssel für unsere Schränke erhalten. Ob und wem wir einen Zweitschlüssel für unsere Schränke geben, entscheiden wir.

Datenverlust – das Risiko

Hast du Kopien deiner Unterlagen in Schränken in unterschiedlichen Häusern – so wie in einer Cloud – abgelegt? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass mindestens eine Kopie deiner Unterlagen auch ein schlimmes Unglück überlebt (vor allem, wenn die Häuser in unterschiedlichen Städten/Ländern/Erdteilen stehen). Du kannst mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % darauf bauen, dass deine Unterlagen verfügbar sind (Beispiel Google Cloud).

Ein größeres Risiko trägst du, wenn du zwar Kopien deiner Unterlagen angefertigt hast, dann aber alles im selben Raum aufbewahrst – wie beim NAS. Geht ein Schrank im Raum kaputt, hast du noch die Kopien. Wird allerdings der ganze Raum zerstört, ist alles weg.

Klar ist: Alles ist verloren, wenn du Unterlagen nur im Orginal – auf einer Festplatte – aufbewahrst und diese zerstört wird.

Privatsphäre – eine Vertrauensfrage

Es fällt uns leichter, auf Dinge zu vertrauen, die wir sehen und anfassen können. So wie beim Fotoalbum. Auch eine Festplatte und das NAS sind solche Dinge. Weil wir sie vor uns sehen und das Surren der Festplatten hören. Die Cloud ist anders: Bei der Cloud müssen wir auf den Anbieter vertrauen. Darauf, dass unsere Daten bei ihm sicher sind.

So wie bei einer Mietwohnung. Denn der Mieter vertraut darauf, dass der Vermieter die Privatsphäre der Wohnung respektiert. Dass er nicht eindringt und in unseren Unterlagen schnüffelt. Oder gar den Schlüssel zu unserer Wohnung an andere weitergibt.

Wer eine Wohnung mietet, braucht Vertrauen in den Vermieter. Darauf, dass der Vermieter unsere Privatsphäre respektiert. Dass er Verträge und Gesetze einhält, die es ihm verbieten, unsere Wohnung “einfach so” zu betreten.

Vertrauen brauchen wir auch in den Cloud-Anbieter. Darauf, dass er unsere Daten sicher hält. Dass er sie schützt und Dritte nicht darauf zugreifen lässt.

Die Cloud – wir nutzen sie oft unbemerkt

Seit Jahren nutze ich verschiedene Cloud-Dienste. Weil es praktisch und bequem ist. Und auch, weil es sich meist gar nicht vermeiden lässt.

Wer Fotos mit dem Smartphone macht, der legt diese oft automatisch in einer Cloud ab. Das spart Speicherplatz auf dem Handy. Und die Fotos werden damit auf unseren anderen Geräten sichtbar: Auf dem Tablet, dem Computer und dem SmartTV.

Schickst du Fotos per Messenger (Whatsapp, Telegram, Messenger, …) weiter? Auch dann landen sie automatisch in einer Cloud. Ebenso, wenn du die Bilder in Social Media (Facebook, Instagram, …) teilst.

Cloud-Dienste gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Wir nutzen sie ganz automatisch. Meist unbemerkt, weil uns die vorkonfigurierten Endgeräte dazu verleiten. (Beispiele: Apple iCloud, Google Fotos)

Wenn Google unsere Daten verlieren würde

Google (als Beispiel) bietet mit Google Drive (für Privatanwender) und der Google Cloud Platform (für Business-Anwendungen) riesige Cloud-Speicher an.

Hast du dir schon mal überlegt, was wäre, wenn sich herausstellt, dass die Daten dort nicht sicher sind? Weil sie verloren gehen, gestohlen oder manipuliert werden?

Dann wäre Google am Ende. Das Vertrauen in (alle) Google-Dienste wäre dahin. Milliarden an Firmenwert würden mit einem Schlag vernichtet.

Deshalb wird Google (und die anderen Cloud-Anbieter) alles tun, um die dort liegenden Daten zu schützen. Davon bin ich überzeugt.

Wir müssen unterscheiden: Google stellt uns viele Dienste kostenlos zur Verfügung. Zum Beispiel die Google Suche, den Übersetzer und Maps. Nutzen wir diese Dienste, geben wir Google das Recht, unsere Daten zu verwenden. Zu speichern, zu analysieren und (auch für Werbezwecke) zu nutzen. Die Dienste bezahlen wir quasi mit unseren Daten.
Bei anderen Diensten behalten wir alle Rechte an unseren Daten. Zum Beispiel, wenn wir unsere Daten auf der Google Cloud Platform (GCP) oder in der G-Suite kostenpflichtig speichern.

Festplatten zu Hause

Meine Hochzeitsfotos gingen durch einen Festplattencrash verloren. Trotz (mehr oder weniger) regelmäßiger Datensicherung auf CD. (Vor 20 Jahren wurden Daten noch auf wieder-/beschreibbare CDs, später DVDs, gebrannt.) Weil die letzte Datensicherung doch schon länger her war und diese nicht vollständig funktioniert hatte.

Danach hab’ ich über Jahre mit NAS-Laufwerken gearbeitet. Mein erstes NAS (Network Attached Storage) war eine Festplatte mit LAN-Anschluss. Dorthin wurden die Daten (Bilder, Dateien) von meiner Festplatte kopiert. Erst manuell, später automatisiert (dazu musste ich Rechner und NAS über Stunden ungestört laufen lassen).

Zwei weitere NAS-Lösungen folgten. Beide hatten gespiegelte Festplatten, so dass die Daten automatisch doppelt abgelegt wurden. Tatsächlich hatte ich auch dort mal einen Festplattenausfall. Daten gingen nicht verloren, weil die zweite Festplatte im NAS noch funktionierte. (Nachdem ich die defekte Platte ersetzt hatte, wurden die Daten automatisch wieder dorthin dupliziert.)

ClDie Vorteile der Cloud

Die Zeiten des Ein-Rechner-Haushalts sind lange vorbei. Notebook, Tablet, Smartphone und SmartTV. Heute sind mehrere dieser Geräte im Haushalt vorhanden. Von uns selbst und bei unseren Mitbewohnern. Auf allen liegen Daten, die wir nicht verlieren wollen. Dokumente, Bilder, E-Mails. Vieles davon wollen wir auf mehreren Geräten nutzen. Die Urlaubsfotos, die wir mit dem Smartphone machen, auf dem Rechner bearbeiten und auf dem Fernseher Freunden zeigen. Oder das Konzertticket, das wir am Tablet kaufen und mit dem wir dann digital mittels Handy einchecken.

So eine Geräte- und Anwendungsvielfalt lässt sich mit einem einzelnen Speicher (Festplatte) und auch mit dem NAS (zu Hause) nicht mehr managen. Und eine zuverlässige Datensicherung ist damit auch nicht möglich. Das funktioniert mit der Cloud.

Haben wir unser Geräte mit einem Cloud-Speicherdienst verbunden, passieren Backup und die Synchronisation ganz automatisch. Einmal eingestellt, brauchen wir uns nicht mehr weiter darum kümmern.

Wie geschmeidig die Cloud-Dienste mittlerweile mit den verschiedenen Apps (z. B. Fotos, E-Mail, Kalender, Musik) und Betriebssystemen (Android, Linux, MacOS, iOS, Windows) zusammenarbeiten, merken wir gar nicht. Weil wir uns daran gewöhnt haben, dass Bilder, E-Mails, Termine und unsere Lieblingssongs auf allen Geräten aktuell vorhanden sind. Wenn die Synchronisation funktioniert, können wir auch davon ausgehen, dass unsere Daten in der Cloud gespeichert sind.

Nehmen wir ein neues Gerät in Betrieb, finden wir dort schnell unsere gewohnte Umgebung wieder. Weil wir aus der Datensicherung und mittels Fingertip die gewünschten Daten dorthin synchronisieren können. Dank Cloud sind die Zeiten vorbei, wo uns der Tausch eines Smartphone mehrere Tage beschäftigt hat.

Damit die Cloud sicher bleibt

Weil wir den Cloud-Speichern so viele Daten anvertrauen, müssen wir auch an die Sicherheit denken. Unseren Anteil leisten, damit die Daten geschützt bleiben. Denn die größte Schwachstelle sind wir selbst. Weil wir Passwörter und Authentifizierung nicht sicher gestalten. Denn auch Fort Knox ist nicht sicher, wenn wir den Schlüssel für das Haupttor unter die Fußmatte davor legen.

So sorgst du dafür, dass deine Daten in der Cloud sicher bleiben

  • Wähle ein sicheres Passwort
    Dass wir das Standardpasswort ersetzen und auf “1234” als Passwort verzichten sollten, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Passwortlänge (je länger desto sicherer) und der Mix von Groß-/Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen haben Einfluss auf die Sicherheit.
    Sichere Passwörter lassen sich aus Sätzen ableiten, die wir uns einfach merken können, wenn wir die Anfangsbuchstaben verwenden (SPlsaSa,dwu1mk,wwdAv).
    Tipps findest du auch beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, hier).
  • Nutze verschiedene Passwörter
    Indem du für unterschiedliche Accounts (Cloud-Dienste, Bank- und E-Mail-Konten, Lieferanten-Accounts) unterschiedliche Anmeldedaten (Passwörter, Login-Namen) nutzt, sicherst du deine Daten zusätzlich. Denn werden (z. B.) Kundendaten in einem Online-Kaufhaus gestohlen, gelingt es den Verbrechern damit nicht, sich damit auch in die Cloud-Dienste einzuloggen.
  • Konfiguriere die 2-Faktor-Authentifizierung
    Alle großen (Cloud-, E-Mail-) Anbieter stellen ihren Kunden mittlerweile die 2-Faktor-Authentifizierung zur Verfügung. Bei Banken und Online-Shops ist sie mittlerweile obligatorisch. Was auf den ersten Blick nach Zusatzaufwand aussieht, lohnt. Denn du musst dich dann doppelt authentifizieren. Das Passwort allein genügt nicht mehr, um Zugriff auf deine Daten zu erhalten. Du brauchst zusätzlich ein auf dich gemeldetes Gerät (meist das Smartphone), um dich zu authentifizieren. Du erhältst dann dorthin (z. B.) eine SMS mit einem Zugangscode. Oder du hast eine Authentifizierungsapp (wie den Google Authenticator) installiert, die dir einen Einmal-Code für den Zugriff auf deinen Account generiert. Auch kann es sein, dass dir ein QR-Code am Bildschirm angezeigt wird, den du fotografieren musst, um Zugriff zu erhalten.
    Je nach Anwendung steht dir offen, diesen zusätzlichen Authentifizierungsschritt bei jedem Zugriff auf deinen Account auszuführen, dazu ab und an aufgefordert zu werden oder den Zugriff für dieses Gerät dauerhaft zu erlauben.
  • Halte die Apps aktuell
    Es ist ein Wettlauf zwischen den Entwicklern Programme und von Kriminellen, die Lücken in der Programmierung suchen. Mit regelmäßigen Updates deiner Apps sorgst du dafür, dass neue Entwicklungen auch dich schützen.

Ein Passwortmanager hilft dir, bei deinen Passwörtern den Überblick zu behalten. Auch nehmen dir die Programme das Eintippen der Passwörter ab. Anderseits gilt natürlich: Fällt dein Passwortprogramm (geöffnet) in fremde Hände, hast du ein riesiges Problem. Dann sind nicht nur deine Daten in der Cloud im Zugriff, sondern auch Bank- und E-Mail-Konten. Allerdings erhöht auch hier die 2-Faktor-Authentifizierung die Sicherheit, weil neben dem Passwort auch dein Smartphone für den Zugang benötigt wird. (Tipps zum Einsatz von Passwortmanagern findest du hier beim BSI.)

Fazit

Du hast wahrscheinlich gemerkt, dass ich mittlerweile die Datensicherung in der Cloud favorisiere. Nach einem langen Weg des Schmerzes und Lernens (Festplatte – NAS – Cloud) heute für mich die sicherste und beste Speicher-Lösung für unsere Daten. 

Damit du dir deine eigene Meinung bilden und die für dich passende Lösung finden kannst, hab’ ich die unterschiedlichen Speicherlösungen – Festplatte, NAS und Cloud – in einem ausführlichen Vergleich gegenüber gestellt. In dem PDF findest du über zehn Kategorien im Detail betrachtet (z. B. Speicherort, Datenschutz, Verfügbarkeit, Anschaffungs- und Betriebskosten). Den kostenlosen Download gibt’s hier.

Schon damals hätte ich meine Hochzeitsbilder nicht verlieren müssen. Ja, aus Schaden wurde ich klug. Doch mit der Cloud ist der Aufwand, den wir für eine funktionierende Datensicherung betreiben müssen, auf einen Bruchteil (Zeit und Geld) von damals geschrumpft.

Wenn dir mein Beitrag hilft, die für dich passende Speicher-Lösung für deine Daten zu finden, habe ich mein Ziel erreicht. Damit dir die Bilder von den schönsten Momenten in deinem Leben nicht abhanden kommen.

 

 

Festplatte – NAS – Cloud im Vergleich

Hol’ dir hier direkt den großen Vergleich zwischen den unterschiedlichen Speicherlösungen.  Kostenlos.

Du bekommst

  • Eine Tabelle als PDF zum direkt lesen, ausdrucken und speichern.
  • 10 Seiten mit Infos (z. B.) zu Aufbau, Datensicherheit, Unterschiede, Vor- und Nachteile.

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