Was ich aus meinem Urlaub mitgebracht habe

von | 08.07.2023 | meineMeinung

Im Juni gab es keinen Newsletter von mir. Das hatte ich angekündigt. Weil ich unterwegs war. Zusammen mit meiner Frau in unserem Campervan Rudi. Das erste Mal: in Schweden. Noch dazu über Midsommar.

Schweden hat mich beeindruckt. Die Landschaft, die Menschen, die Vibes. Das tat gut. Doch umso größer war der Zivilisationsschock am Ende unserer Tour.

Auszeit für mich und meine Gedanken

Die Tage vor dem Urlaub waren, wie sie für viele von uns oft sind. Geprägt von Stress, Terminen und langen To-do-Listen. Selbst für mich, der Struktur für produktives Arbeiten benötigt, war das mindestens genug. Am Rande dessen, was mir guttut.

Das ist schon eine blöde Angewohnheit. Gerade kurz vor dem Urlaub ackern wir wie blöde und uns erst recht urlaubsreif. Wir arbeiten, als gäbe es unsere Jobs nach dem Urlaub nicht mehr. Die Woche vor dem Urlaub fordert uns so sehr, dass wir die kommenden freien Tage schon allein dafür bräuchten, unsere Energie auf das Level von Tag acht vor Urlaubsbeginn zu hieven.

Doch bereits als wir am Freitagabend, am Ende des letzten Arbeitstags losfuhren, konnte ich loslassen. Die Route gen Norden im Navi vor mir, den Sonnenuntergang im Seitenfenster neben mir, war der Stress der letzten Tage in meinen Gedanken schnell beiseitegeschoben. Die Vorfreude auf das, was vor mir liegt, breitete sich aus und ließ den Aufgaben der Wochen davor keinen Raum mehr.

Dieses Umschalten vom Arbeits- in den Freizeit- (für mich auch Freiheits-) Modus gelingt mir mittlerweile ganz gut. Ob am Ende des Arbeitstags, der Arbeitswoche oder eben zum Start in den Urlaub: spätestens wenn Rudi los rollt, fällt die Anspannung von mir ab.

Noch gut erinnere ich, dass dieser Wechsel, dieses gedankliche Loslassen vom Job und der Arbeit, mir früher nicht oder mindestens nicht gut gelungen ist. Meine Gedanken kreisten auch am Abend, am Wochenende und im Urlaub um die Arbeit. Vielleicht, sogar sehr wahrscheinlich, war dies mit ein Grund, warum mich vor zehn Jahren ein Burnout (ich mag dieses nichts-sagende Wort bis heute nicht, doch es hilft bei der Erklärung) getroffen hat. Seither arbeite ich an mir und daran, dass mir der Wechsel und das Abgrenzen von Job und Freizeit gelingt. Ich habe für mich erkannt, wie wichtig für mich und meine Gedanken Auszeiten sind. Raus aus dem Alltag, aus dem Hamsterrad.

Kaffeepause irgendwo am Vänernsee in Schweden
Kaffeepause irgendwo am Vänernsee in Schweden

Den Balkon wechseln – nicht das Bett

Diese Auszeiten von den Alltagsroutinen sind wichtig für meine emotionale Gesundheit. Das habe ich für mich erkannt. Dabei habe ich über die Jahre festgestellt, dass mir dieses Loslassen am besten gelingt, wenn ich den Ort wechsle.

Im Büro, egal ob im Homeoffice oder im Officeoffice, und auch in der eigenen Wohnung sind diese Auszeiten für mich nicht intensiv genug. Das weiß ich mittlerweile. Zwar gelingt es mir recht gut, Job und Familie, Arbeit und Freizeit abzugrenzen. Doch einen echten Gamechanger gibt es für mich erst, wenn ich die gewohnte Umgebung verlasse.

Mein Camper gibt mir diese Freiheit. Mit ihm kann ich die gewohnte Umgebung verlassen. Um Abstand zu finden vom Alltag und dem Hamsterrad. Das Gute daran: mein Bett nehme ich mit – nur die Aussicht, den Balkon, wechsle ich.

Im wahrsten Sinne des Wortes eröffnet mir die Veränderung des Ortes ganz neue Perspektiven. Das hilft mir, Abstand vom beruflichen und privaten Alltag zu gewinnen, den Kopf freizubekommen und frische neue Gedanken in meinen Kopf zu lassen.

Elchwarnung - auch für Radfahrer
Elchwarnung – auch für Radfahrer

Diese Veränderung tut gut

Warum freuen wir uns so auf unseren Urlaub? Ich meine, vor allem, weil wir dort für ein paar Tage oder Wochen unser Hamsterrad verlassen. Weil viele von uns den Urlaub nutzen, um wenigstens für einige Zeit den Balkon zu wechseln.

Ich habe mir vorgenommen, diesen Balkonwechsel immer wieder und noch öfter zu tun.

Folgst du mir bereits einige Zeit, weißt du, dass ich schon wiederholt davon gesprochen habe, dass ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, meinen Schreibtisch öfter mal in den Camper zu verlegen. Das gelingt mir bisher, das gestehe ich, viel zu selten. Wahrscheinlich, weil es mir zu viel Aufwand ist, vom Homeoffice in den Camper umzuziehen.

Dieses Argument eine Ausrede. Denn in den Nicht-Frost-Monaten ist Rudi so weit vorbereitet, dass es keine eineinhalb Stunden benötigt, um den Arbeitsplatz (6 Minuten), das Bett (4 Minuten), die Lebensmittel (15 bis 25 Minuten), Kleidung (12 Minuten), anderes (wie Fahrrad, SUP) einzupacken und loszufahren.

Doch gerade mein Urlaub in Südschweden hat mir wieder vor Augen geführt, wie wichtig Abstand vom Alltag, wie notwendig ein regelmäßiger Tapetenwechsel ist. Da bleibe ich am Ball. Ein nächster großer Schritt dorthin ist getan. Ein Schritt, der eine weitere, für mich große Veränderung bedeuten wird. (…)

Hast du deinen großen Urlaub noch vor dir?
Dann nutze ihn als echte Auszeit für dich und deine Gedanken.

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