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Schon als Kinder streiten wir, um unsere Meinung durchzusetzen. Als Erwachsene nehmen wir uns dafür Anwälte zur Seite und ziehen vor Gericht. Ein juristisches Verfahren ist in vielen Fällen nur die zweitbeste Lösung. Fünf Gründe sprechen dafür, einen Streit besser in einer Mediation zu lösen.

Du meinst im Recht zu sein. Deshalb bestehst du auf deine Meinung. Und du willst sie durchsetzen – mit allen Mitteln. Aus Erfahrung wissen wir, dass es mit dem Durchsetzen so eine Sache ist. Auch vor Gericht klappt das – statistisch gesehen – nur in 50 % der Fälle. Und wenn ich gewinne, dann verliert mein Gegenüber.

Meist enden Gerichtsverfahren mit einem Urteil, das keiner Konfliktpartei wirklich gerecht wird. Trotzdem sind wir es – immer noch – gewohnt, im Streitfall zum Anwalt zu gehen. Noch unbekannt und ungewohnt ist es, einen Mediator als “Streitschlichter” hinzuzuziehen.

Dabei gibt es fünf gute Gründe, die Mediation einem juristischen Verfahren vorzuziehen.

[Mediation ist ein freiwilliges Verfahren. Ein Mediator führt die Konfliktparteien (= Medianden) durch ein strukturiertes Verfahren: Erst wird der Konflikt (von den Medianden) dargestellt. Sind die Bedürfnisse der Parteien erkannt, wird daraus eine Lösung erarbeitet, die diesen gerecht wird.]

#1 Wir müssen weiter zusammenarbeiten

Ein Streit entsteht, weil wir miteinander in Beziehung stehen. Wir wollen bzw. müssen (z. B. im Unternehmen oder bei Projekten) zusammenarbeiten. Tragen wir den Streit zu einem Anwalt oder vor Gericht, geben wir unsere gestalterische Rolle aus der Hand. Die Anwälte kommunizieren in ihrer eigenen Sprache, ein Richter urteilt. Wir selbst sind dann nur noch Zuschauer und nicht mehr Herr des Verfahrens. Übrig bleibt für die beiden Konfliktparteien am Ende meist verbrannte Erde, die eine weitere Zusammenarbeit schwer bis unmöglich macht.

In der Mediation haben die Konfliktparteien den Raum, ihre Sicht darzustellen und um das Bedürfnis dahinter zu ergründen. Der Mediator ist dabei Herr des Verfahren. Er achtet darauf, dass beide Parteien (wieder) in den Dialog kommen. Die Lösung wird gemeinsam erarbeitet. Das ist die Basis, künftig (wieder) zusammen zu arbeiten.

#2 Wir haben kein Geld zu verschenken

Bei einem Streitwert von 10.000 € belaufen sich Anwalts- und Gerichtskosten schon in der ersten Instanz auf über 4.500 €. Eine gerichtliche Auseinandersetzung über drei Instanzen mit einem Streitwert von 50.000 € summiert sich auf circa 33.000 €.
(Quelle: D.A.S. Prozesskostenrechner)

Die Kosten für einen Mediator richten sich nach der Länge des Engagements. Üblich sind Stundensätze zwischen 100 und 400 €, teilweise gestaffelt (z. B. tageweise Abrechnung). Die Dauer einer Mediation richtet sich nach der Eskalationsstufe des Konflikts und dessen Komplexität. Eine Mediation (Streitwert von 50.000 €) dauert oft über fünf bis sieben Sitzungen (je 2 Stunden, zzgl. jeweils 1,5 h Vor-/Nachbereitung). Somit belaufen sich die Kosten für den Mediator (hier) auf ca. 5.000 €.

Weil die allermeisten Mediationen zu einem guten Ergebnis führen, ergibt sich für dieses Verfahren ein enormer Kostenvorteil.

#3 Wir haben nicht die Zeit für einen Prozess

Gerichte sind überlastet. Verfahren und damit Urteile ziehen sich. Es ist durchaus üblich, dass selbst kleinere Gerichtsverfahren mehrere Jahre dauern. Während dieser Zeit “hängt” eine Entscheidung. Das lähmt – gerade im Unternehmenskontext.

Je nach (zeitlicher) Verfügbarkeit von Medianden und Mediator lassen sich Mediationen innerhalb von wenigen Wochen zum Abschluss bringen. Bei wenigen Beteiligten (z. B. zwei Personen) sind Sitzungen alle 1 bis 2 Wochen üblich, so dass eine Mediationsvereinbarung oft in 1 bis 3 Monaten möglich ist.

#4 Wir brauchen eine Lösung

Ein Gerichtsurteil ist eine Entscheidung. Meist wird diese dem Problem und damit den Konfliktparteien nicht gerecht: Wir selbst sind nicht mehr Herr des Verfahrens.

Eine tragfähige Lösung muss von den Konfliktparteien selbst kommen, muss von diesen erarbeitet sein. Mit der Mediation gelingt dies. Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess (der Mediation). Die Konfliktparteien sind verantwortlich für das Ergebnis. Als Experten in der Sache sind sie die Besten, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Der Weg zur Lösung bringt für die Beteiligten selbst einen großen Wissens- und Erkenntnisgewinn. Sie müssen sich mit den Sichten des “Gegners” auseinander setzen. Das eröffnet zusätzliche Blickwinkel und führt dazu, dass das Ergebnis weitere Aspekte berücksichtigt.

#5 Du bist mir wichtig

Wir sind nicht allein auf der Welt. Das zeigt sich gerade bei Konflikten. Und weil uns das gute Miteinander auf der Welt am Herzen liegen sollte, brauchen wir einen neuen Weg der Konfliktbewältigung: Wir müssen (wieder) lernen, dass

  • wir selbst verantwortlich sind, wie wir mit Konflikten umgehen,
  • neue und bessere Lösungen am besten im Dialog entstehen und
  • Entscheidungen, die uns weiterbringen, nicht delegieren werden können.

Mediation ist ein Weg um juristische Auseinandersetzung zu vermeiden. Wenn wir diesen Weg wählen, gewinnen wir.

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